Manchmal braucht es einen Umweg, um ein Ziel zu erreichen. Im Fall von Nicolas Masson war der Umweg kein Schlechter: New York. Mit zwanzig besuchte der Saxofonist die Stadt zum ersten Mal – und blieb gleich hängen. Masson hatte Glück und wurde von lokalen Saxofonisten unter die Fittiche genommen, die ihm nicht nur einiges über Jazz, sondern auch über das Leben als Schwarze in New York beibrachten. Immer wieder ist Masson seither zurückgekehrt, und jeder Trip hat sein musikalisches Profil geschärft. Mit seiner aktuellen Band Parallels hat der Genfer Saxofonist nun endlich den Anklang gefunden, den er verdient. „Thirty Six Ghosts“ ist ein grossartiges Debüt einer Band, die einige der gefragtesten Schweizer Jungjazzer vereint – und doch stark nach New York mahnt. Wie das klingt? Nach zeitgenössischem Jazz, der sich auch bei Rock und Pop bedient. Ruhige Momente, in denen Patrice Moret am Bass und Lionel Friedli am Schlagzeug geradezu hypnotisch sanft spielen, wechseln mit vertrackten Grooves ab, über die Masson und Coli Vallon am Rhodes mit meisterhafter Kontrolle solieren. Wetten, dass Masson mit Parallels wieder zurück nach New York findet?
Nicolas Masson ts
Colin Vallon p
Patrice Moret b
Lionel Friedli dr

